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Geschichte der Enzymtherapie

Die Behandlung mit Enzymen reicht weit in die Vergangenheit zurück: schon die in der Bibel (2. Buch der Könige) erwähnte Feigentherapie ist eine Enzymtherapie. Auch Speichel oder zerkaute Pflanzenteile auf Wunden aufzubringen, gehört dazu. Gleiches gilt für die Nutzung des Milchsaftes oder der Sekrete von Wolfsmilchgewächsen oder fleischfressenden Pflanzen z.B. bei Warzen oder Verdauungsstörungen. Schließlich verwendeten z.B. die Indianer Südamerikas Papayablätter bei Verletzungen.

Die wissenschaftlich begründete Enzymtherapie geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Spallanzani (1729-1799) entdeckte, dass die fleischauflösende Wirkung im Magen nicht auf die Salzsäure zurückgeht, sondern auf eine eiweißabbauende Komponente. Schwann beschrieb dann als erster 1836 das Pepsin. Anfang des 20. Jhdt. liefen dann erste Untersuchungen über den entzündungshemmenden Effekt von in Pflanzen enthaltenen Enzymen (Papain). Den Nutzen bei der Tumorbehandlung untersuchten Beard (1907), Freund und Kaminer (1925) und in den 1950er Jahren Wolf und Benitez in den USA. Zehn Jahre später begann Ransberger, in Deutschland die Enzymtherapie weiter zu entwickeln. Es sollte aber noch bis Ende der 1980er Jahre dauern, bis diese Therapie von Stauder und Mitarbeitern nach modernen wissenschaftlichen Methoden auch klinisch geprüft wurde [6]. Mittlerweile ist die Wirksamkeit der systemischen Enzymtherapie bei vielen Indikationen in klinischen Studien wissenschaftlich belegt. Auch der zugrunde liegende Wirkmechanismus – z.B. Interaktion mit dem Immunsystem – ist für viele Indikationen experimentell geklärt worden. Immer wieder zeigte sich dabei, dass nur eine Kombination aus pflanzlichen und tierischen Enzymen die optimale Wirkung bringt [7].