index

Fachinformation nur für Fachkreise

Was sind Enzyme?

Enzyme (früher „Fermente“) sind biologische Eiweißmoleküle (Proteine). Sie agieren als „Biokatalysatoren“, da sie in kleinsten Mengen und ohne sich selbst zu verändern den Stoffwechsel und das Immunsystem jedes Lebewesens steuern und bei der niedrigen (Körper-)Temperatur oft erst ermöglichen. Dabei wirken die Enzyme in kleinsten Mengen ohne selbst verbraucht zu werden. Ohne Enzyme gäbe es kein Leben.

Bereits geringe Veränderungen der Aktivität oder besonders das Fehlen von Enzymen kann zu einer Störung im Stoffwechsel führen. Es liegt daher nahe, durch Zufuhr adäquater Enzyme einen erhöhten Bedarf zu kompensieren oder dem Organismus bei akutem Bedarf ähnlich wirkende Enzyme zur Verfügung zu stellen.

Enzyme sind sehr spezifisch und entfalten ihre optimale Wirkung unter bestimmten Umgebungsbedingungen, die für jedes Enzym mehr oder weniger unterschiedlich sind. Ein wesentlicher Faktor ist z.B. der pH-Wert, der angibt, ob die Umgebung (Blut, Gewebe) ein eher saures oder neutrales Milieu aufweist. Normalerweise sind Blut und Gewebe neutral; bei einer akuten Entzündung oder Verletzung verschiebt sich aber der pH-Wert aufgrund einer Minderversorgung mit Sauerstoff („Hypoxie“) in den sauren Bereich. Während des Heilungsprozesses neutralisiert sich der pH-Wert dann wieder.

Bei der Enzymtherapie ist es daher wichtig, den gesamten pH-Bereich von sauer bis neutral abzudecken. Nur eine Kombination verschiedener Enzyme kann das erreichen: Während die pflanzlichen Enzyme ihre beste Wirkung im sauren Bereich entfalten, haben die tierischen Enzyme ihr Wirkoptimum im neutralen Bereich.

Eine wichtige Gruppe der Enzyme bilden die Hydrolasen: Enzyme, die Substrate unter Einlagerung von Wasser spalten. Eine Untergruppe davon sind die Proteasen, die Eiweißmoleküle „hydrolysieren“. Alle Enzyme in den Produkten von Capella Pharma GmbH sind Proteasen.

 

Was ist Enzymtherapie?

Der Begriff „systemische Enzymtherapie“ wurde 1991 erstmals von Stauder [1] eingeführt und von Kleine [2] definiert als eine Therapie mit

und ist damit keine Substitution von Enzymmangelzuständen.

Zum Einsatz kommen dabei überwiegend Proteasen, also Enzyme, die Eiweißmoleküle spalten. Das Prinzip ist die Kombination von pflanzlichen Cysteinproteasen (Papain, Bromelain) mit tierischen Serinproteasen (Pankreatin, Trypsin, Chymotrypsin). Durch verschiedene Angriffspunkte und Substrate sowie verschiedene Wirkbedingungen (speziell pH-Wert) ergänzen sich diese Enzyme auf optimale Weise. Im Pankreatin sind zusätzlich noch die wichtigen fett- bzw. kohlenhydratspaltende Lipasen und Amylasen enthalten.

Die Resorption dieser Enzyme wurde im Menschen nachgewiesen und ist zeit- und dosisabhängig [3,4]. Nach der Resorption binden die verwendeten Enzyme an das körpereigene α2-Makroglobulin, wodurch sie dieses Transportmolekül aktivieren und ihre eigene Antigenität verlieren [5]. Viele systemische Wirkungen der Enzyme lassen sich über diese Bindung erklären.

Die Enzymkombinationen werden aufgrund der Eigenschaften der Komponenten zur Behandlung von Entzündungen und Schwellungen (z.B. bei Gefäßen, Gelenken und Verletzungen) sowie zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt.